Bidspirit auction | Josef Hoffmann: ”Stehuhr”
Josef Hoffmann: ”Stehuhr” - Josef Hoffmann ”Stehuhr” Wiener Werkstätte, 1909 Silber, Zifferblatt vergoldet, farbloses Glas, Opal, Karneol, Malachit und Lapislazuli; Perlstabdekor; auf der Unterseite gemarkt mit Meistermarke ”JH” für Metallarbeiter Josef Holi, Rosenmarke, Dianakopfpunze und Entwerfermonogramm ”JH”; originales Uhrwerk, ohne Schlüssel 18 x 14,5 x 9,2 cm Wiener Werkstätte-Archiv, MAK Wien: S 1260; Inv.-Nr. KI 12161-26 (Entwurf); Inv.-Nr. WWF 94-93-5 (Zeitgenössisches Foto); Deutsche Kunst und Dekoration, Darmstadt 1909, S. 221 Josef Hoffmanns ganzes künstlerisches Schaffen war von dem immer wieder hervorgehobenen Dualismus, von Funktion/Ästhetik, Funktionalität/Schönheit geprägt. Mal dominierte bei Hoffmann das Eine, mal das Andere; einige Kunsthistoriker führen dies auf die jeweiligen Arbeitskollegen zurück, die auf Hoffmann in seinem Architekturbüro und in der Wiener Werkstätte Einfluss gehabt haben. So war das mit Koloman Moser (1901 bis 1906), so war das mit Dagobert Peche (1915 bis 1922), und so war das auch mit Carl Otto Czeschka (1905 bis 1909). Czeschka war stilistisch das genaue Gegenteil des frühen Hoffmann: Eben nicht stereometrisch, reduziert und ”asketisch”, sondern kurvig, schmuckvoll, üppig und luxuriös. Und so ist es zu erklären, dass Josef Hoffmann, der im Grunde seiner Künstlerseele immer Architekt und immer ein zur Veranschaulichung von nüchterner Funktion neigender Gestalter geblieben ist, phasenweise auch Objekte mit höchst komplizierten, auf den ersten Blick gar nicht durchschaubaren Formen, aufwändigem Dekor und mit weit über das funktionell Notwendige hinausgehenden Gestaltungselementen, wie eben unsere Uhr, geschaffen hat. Die Zeiger, die Standfüße und das den Blick auf das Pendel ermöglichende Sichtfenster bestätigen diese Ansicht. Unsere – im Archiv der Wiener Werkstätte so bezeichnete – ”Stehuhr” ist ein Meisterwerk der Silberschmiedekunst und perfekt erhalten. (EP) Josef Hoffmann Clock ”Stehuhr” Wiener Werkstätte, 1909 silver, gilded dial, colourless glass, opal, carnelian, malachite and lapis lazuli; marked on the bottom with maker's mark ”JH” for Josef Holi, rose mark, Vienna Diana hallmark and designer's monogram ”JH”; original movement, without key 18 x 14.5 x 9.2 cm Wiener Werkstätte-archive, MAK Vienna: S 1260; inv. no. KI 12161-26 (design); inv. no. WWF 94-93-5 (contemporary photograph); Deutsche Kunst und Dekoration, Darmstadt 1909, p. 221